Entstehungsgeschichte der Gartenstadt Staaken eG
Weit über 600 Jahre nach der ersten urkundlichen Erwähnung vom Dorf Staaken im Jahre 1273 wurde unsere Genossenschaft gegründet.
Chronik der Wohnungsbaugenossenschaft
Gartenstadt Staaken eG
27.06.1913
Gründung der "Gartenstadt Staaken-Spandau"
auf Initiative und unter dem Protektorat des Ministeriums des Innern. Ursprünglich war geplant, eine Siedlung für die Beschäftigten der "Königlichen Werkstätten" in Spandau zu schaffen, um der bestehenden Wohnungsnot in Spandau abzuhelfen. Es wurde außerhalb der Stadt in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Staaken ein Gelände zwischen der "Lehrter Bahn" und der "Hamburger Bahn" von rund 350.000 qm Ackerland für 700.000 M. von der Eisengießerei Schwartzkopff, die hier ursprünglich den Bau einer Fabrik plante, erworben. Vordem wurde das Land bis 1899 von den Bauern Friedrich Bartel und Raue genutzt..

Laut Protokoll verhandelten die Herren Hermann Kückel, Hermann Nitschke, Paul Michehl, Adolf Unger, Paul Genschow, Adolf Spiller, Reinhold Fisch und Hermann Kassoke über die Gründung der Gartenstadt Staaken-Spandau e. G. m. b. H. Das Gelände wurde der neu gegründeten Genossenschaft in Erbbaupacht übergeben.
An diesem Tag wurde der erste Vorstand und Aufsichtsrat gewählt. Der erste Vorstand bestand aus den Herren Kückel, Michehl und Nitschke. Am gleichen Tag konstituierte sich der Aufsichtsrat. Als Aufsichtsratsvorsitzender wurde Herr Unger gewählt. Gleichzeitig wurde die Satzung festgelegt, in der enthalten war, dass 95 Prozent der Mitglieder Angehörige der Königlichen Werkstätten sein mussten.
1913
Auflassung des Geländes für eine Gartenstadt in Staaken im Oktober 1913.
1914
Am 4.4.14 fand die erste Mitgliederversammlung der
Gartenstadt Staaken mit Vortrag über die geplanten Bauten vom Architekten,
Herrn Paul Schmitthenner, statt.
Am 1.5.14 erteilte der Kreisausschuss in Nauen
dem Fiskus die Ansiedlungsgenehmigung für die Gartenstadt Staaken. Im gleichen Monat
war Baubeginn für die Gartenstadt Staaken. Weil die ersten Kredite vom Reich kamen,
musste ein Beamter, Herr Regierungsrat Scheidt, des Ministeriums des Innern
als Vorsitzender des Aufsichtsrates bestellt werden.
19.6.14 fand das Richtfest der bauausführenden Firma Boswau & Knauer in der
Gartenstadt Staaken im Beisein von Ministerialdirektor Dr. Lewald,
Regierungsrat Scheidt, Regierungs- und Baurat Herrmann und Architekt Diplomingenieur
Schmitthenner auf dem künftigen Kirchplatz statt.
Am 01.12.14: Bezug der ersten von 162 fertigen
Wohnungen. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Rechnung für die folgenden
Jubiläumsfeiern.
1915

Am 7.4.15 war der erste Schulbau (Südbau) der Gemeinde Staaken übergeben worden.
Beginn des Schulunterrichts am 8.4.15. Am 9.4.15 Einweihung als 2. Gemeindeschule
durch Regierungsrat Scheidt. Der Eingang des Gebäudes erhielt eine farbige Terrakottafigur von Prof. Th. v. Gosen.
Im Oktober 1915 wurden in der Gartenstadtschule bereits 4 Klassen unterrichtet.
1916
132 Mehrfamilien und 248 Einfamilienhäuser (704 Wohnungen) wurden fertig gestellt. Ein Kleintierzuchtverein wurde gegründet. Beginn des zweiten Schulbaus (Nordbau).
1917

Am 10.10.17 Einweihung des zweiten Schulbaues als 3. Gemeindeschule Mit 804 Wohnungen in 298 Einfamilien- und 146 Mehrfamilienhäusern wurde der Aufbau der Gartenstadt abgeschlossen. Die Architekten Brechbühl und Schüler übernahmen die Leitung der Bauarbeiten, nachdem Paul Schmitthenner zum Militärdienst eingezogen wurde. Der Gartenarchitekt Ludwig Lesser plante für die Gartenstadt Staaken die Außenanlagen.

Das Kaufhaus am Eschenwinkel wurde errichtet.
1918
Durch den kriegsbedingten Materialmangel ruhte jede Bautätigkeit. Das für den Weiterbau der Gartenstadt vorgesehene Gelände westlich des heutigen Finkenkruger Weges bis zur Eigenheimsiedlung, für das der Bebauungsplan bereits fertig war, wurde einstweilen den Genossen in Pacht gegeben. Gründung des TSV-Staaken.
1920
Am 1.10.20 Eingemeindung der Landgemeinde Staaken und damit auch der Gartenstadt Staaken in den Berliner Verwaltungsbezirk Spandau durch Gesetz des Preußischen Landtages vom 27.4.20 im Rahmen der Gründung einer Stadtgemeinde Groß-Berlin. Die beiden Schulen in der Gartenstadt werden zur 17. Gemeindeschule zusammengefasst.
1922
Am 2.6.22 Grundsteinlegung und am 11.06.22 Baubeginn der evangelischen Kirche am Kirchplatz, später kam das Pfarrhaus hinzu. Am 19.11.22 weihte Generalsuperintendent Dr. Axenfeld die Kirche, die nach den Entwürfen des Leiters des Kirchlichen Bauamtes im Evangelischen Konsistorium der Mark Brandenburg, Dr.-Ing. Curt Steinberg entstand. Als Baumaterial dienten 34.000 Mauersteine des Schuppens der ehemaligen Spandauer Pulverfabrik. Gastwirt Dames baute Delbrück (Torweg)- Ecke Bahnhofsstraße (Finkenkruger Weg) einen Torbogen als Lokal aus. Die Geldentwertung brachte die Genossenschaft fast an den Ruin. Erst Anfang 1924 stabilisierte sich endlich die Währung.
1924

Bau eines Feuerwehrgerätehauses mit Steigeturm Lewaldstraße (Am Heideberg) 15 für die Freiwillige Feuerwehr in der Gartenstadt Staaken. Unter den Einwohnern der Gartenstadt fanden sich schnell Mitglieder für die Feuerwehr, sodass die Freiwillige Feuerwehr Staaken nun zwei Gruppen bildete: Dorf Staaken und Gartenstadt Staaken. Im Juni beschloss die Generalversammlung den Bau von zehn Einfamilienhäusern in den Straßen Am Krug und Am Krummen Weg
1925
Am 1.1.25 wurde die evangelische Kirchengemeinde Staaken-Gartenstadt selbständig. Die geplanten Einfamilienhäuser wurden im April 1925 fertiggestellt. Das monatlich erscheinende Mitteilungsblatt wurde ins Leben gerufen. Der Bau zehn weiterer Häuser mit 40 Wohnungen in der Bahnhofstraße (Finkenkruger Weg) wurde beschlossen. Das erste Kinderfest fand auf dem später als Sportplatz genutzten Terrain statt.
1926
Fertigstellung der im Vorjahr beschlossenen Bauten. Bezug der Wohnungen im Oktober. Die Generalversammlung beschloss im Herbst den Bau von weiteren zehn Häusern mit 40 Wohnungen in der Lewaldstraße (Am Heideberg) und am Ungewitterweg (damals Russenweg). Mit der Planung der 1926 bis 1929 errichteten Gebäude der "Neuen Gartenstadt" (nördlich des Ungewitterweges) wurde der Staakener Architekt Carl Derleder beauftragt.
1927
Am 1. April Einrichtung einer Autoomnibuslinie durch die ABOAG (Allgemeine Berliner Omnibus AG) zwischen Gartenstadt Staaken, Marktplatz (Heidebergplan) und Spandau, Heidetor. Die Generalversammlung beschloss den Bau von weiteren 12 Häusern mit 40 Wohnungen. Baubeginn war im Herbst. Der Bau eines Verwaltungsgebäudes für die Genossenschaft wurde vom Staakener Architekten Carl Derleder geplant. Die Freiwillige Feuerwehr konnte einen Gerätewagen mit Tragkraftspritze in Betrieb nehmen.
1928
Fertigstellung der 12 Häuser und des Verwaltungsgebäudes. Bezug aller Wohnungen war im Sommer. Die Generalversammlung beschloss, die Bebauung der Bahnhof- und Lewaldstraße (12 Häuser mit 42 Wohnungen) zu Ende zu führen. Auch ein Schlachthaus und eine Bäckerei wurden vorgesehen. Baubeginn war noch im gleichen Jahr. Die Stadt übernahm die Müllabfuhr. Am 1. April erhält die Omnibuslinie zum Marktplatz (Heidebergplan) die Nummer 31. Am 5.11.28 überflog das Luftschiff "Graf Zeppelin" die Gartenstadt Staaken aus Amerika kommend.
1929
15jähriges Bestehen der Gartenstadt. Abschluss der Neubautätigkeit östlich der Bahnhofstraße (Finkenkruger Weg). Die Bebauung des Geländes westlich der Bahnhofstraße, das für die Erweiterung der Gartenstadt vorgesehen war, war unbestimmt. Bezug der neuen Büroräume (Kassenraum, Wartezimmer, drei Büroräume und ein Sitzungszimmer für den Aufsichtsrat) im Verwaltungsgebäude. Die Asphaltierung der Straßen wurde nach Übernahme durch das Bezirksamt Spandau begonnen.
1930
Der Ausbau der Straßen wurde beendet. Die Entwässerung wurde an das städtische Netz angeschlossen.
1931
Errichtung von Müllhäusern an geeigneten Stellen zwischen den Gärten. Erweiterung des Regiebetriebes und Einstellung eines Geschäftsführers. Am 1.9.31 wurde der Sportplatz am Bahnhof Staaken in Betrieb genommen.
1933
Im Mai 1933 wurden Vorstand und Aufsichtsrat mit Nationalsozialisten besetzt. Am 24. Dezember wird der Omnibus von Spandau nach Staaken der Linie 31 durch den "Obus" (Oberleitungsbus mit elektrischem Antrieb) ersetzt.
1943

Das kleine Kaufhaus und sechs Einfamilienhäuser am Eschenwinkel wurden am 3.9.43 durch einen Bombenangriff vollständig zerstört.
1944
Am Torweg Ecke Finkenkruger Weg wurden die Torbauten und sechs Häuser durch einen Luftangriff am 30.1.44 total vernichtet.
Großer Schaden durch Brandbomben an den Dächern an der Eichholzbahn, Am Langen Weg, Beim Pfarrhof und am Finkenkruger Weg am 30.3 und 26.4.44. Der kriegsbedingte Totalverlust betrug 18 Häuser mit 34 Wohnungen.
1945
Am 26.4.45 Besetzung der Gartenstadt durch sowjetische Truppen. Der alte Vorstand, welcher 1933 abgesetzt worden war, übernahm wieder die Geschäfte. Im Herbst 1945 erhielt der F-Zug Staaken der Freiwilligen Feuerwehr einen Gerätewagen; die Alarmierung erfolgte über Sirenen.
1946
Am 27.01.46 erste Generalversammlung nach dem Krieg.
1948
Die Strafgebühren der Bewag für Kontingentüberschreitung bei den Hausbeleuchtungen betrugen für die Zeit von Nov. 47 bis März 48 4.280,-- RM. Einzelne unbefugte Stromabnehmer konnten nicht ermittelt werden.
1949
01.08.49 Wiederaufnahme des Obus-Verkehrs. 14.11.49 erste Sitzung eines Wohlfahrtsausschusses des Aufsichtsrates, später Unterstützungsverein, um den alten Rentnern unserer Genossenschaft eine Weihnachtsfreude zu bereiten und um künftig Kinderfeste im Sommer auszugestalten.
1950
Veranstaltung des 1. Kinderfestes durch den Wohlfahrtsausschuss auf dem Sportplatz als Festplatz.
1951
Am 01.02.51 wurde der Westteil Staakens vom Bezirk Spandau getrennt und unter die Verwaltung des Ost-Berliner Bezirks Mitte gestellt. 380 Familien flüchteten unter Aufgabe ihrer Häuser und Wohnungen innerhalb weniger Stunden nach West-Berlin über die Sektorengrenze. Sie verlief in der Mitte des Finkenkruger Weges. Ab 01.04.51 Ausbau der Grünfläche am Ungewitterweg, Zuschüttung des Bunkers und Anlage einer Rodelbahn durch das Bezirksamt Spandau.
1952
Der Obus-Verkehr musste wegen der Grenzziehung am Finkenkruger Weg eingestellt werden. Seitdem fährt wieder ein Autobus in die Gartenstadt Staaken.
1953

Es wurde beschlossen, die Ruinen am Torweg wieder aufzubauen.
1954
Feierstunde im "Capitol" zum 40jährigen Jubiläum der Gartenstadt Staaken e. G. m. b. H. am 01.08.54.
1955
Der Aufbau der im Krieg zerstörten Häuser am Torweg wurde abgeschlossen. Die evangelische Kirche erhält am 7.8.55 als Ergänzung einen freistehenden Glockenstuhl westlich des Gebäudes.
1958
Grundsteinlegung am 17.7.58 für das letzte Wiederaufbauvorhaben am Eschenwinkel. Übergabe der Wohnungen an die Mieter am 10.4.1959.
1960
Es wurde begonnen, an mehreren Stellen der Gartenstadt kleine Garagenstellplätze einzurichten. Nach bestimmten Richtlinien können Mitglieder massive Kraftfahrzeugunterstellräume dort erbauen.
1961
Die Planung des Neubauvorhabens "Heidebergplan" wurde zugunsten von Instandsetzungen zurückgestellt. Ab 13.08.61 Bau der "Berliner Mauer" entlang des Finkenkruger Weges. In der Nacht vom 5. zum 6. 12.61 rissen DDR-Grenzposten die Schienen der "Hamburger Bahn" auseinander.
1962
Ein Vorentwurf für ein 6-geschossiges Haus mit Läden im Erdgeschoss wurde vom Bauamt des Berliner Senats nicht genehmigt.
1964
Festveranstaltung zum 50-jährigen Jubiläum der Gartenstadt Staaken eGmbH am 27.06.64 im "Capitol", Eichholzbahn.
1965
Gründung des Kameradschaftsverbandes der Freiwilligen Feuerwehr Berlin-Staaken e. V. (KVFF). In der Genossenschaft werden keine Untermietgenehmigungen mehr erteilt.
1967

Ankauf des Baugeländes "Heidebergplan" und Baubeginn am 25.10.67 für zwanzig Wohnungen und drei gewerbliche Einheiten. Auf diesem Grundstück war schon in der Gesamtplanung 1914 eine Turnhalle und später eine Gaststätte vorgesehen.
1968
Fertigstellung des Neubaues "Heidebergplan" am 1.10.68. Damit ist die letzte Baulücke innerhalb der Siedlung geschlossen. Eröffnung einer Gastwirtschaft (Heidekrug) in der Gartenstadt Staaken.
1969
Das Neubauvorhaben "Maulbeerallee" im Wohngebiet Heerstraße-Nord befand sich im Planungsstadium.
1970
Ankauf des Baugrundstücks Maulbeerallee Nord mit einer Fläche von rd. 14.600 qm für TDM 1.022. Es waren 120 Wohnungen geplant, von denen eine größere Anzahl älteren Bewohnern der Gartenstadt zur Verfügung stehen sollten.
1971
Anerkennung der Gartenstadt Staaken als Sanierungsträger im Zusammenhang mit der Bebauung Maulbeerallee/Räcknitzer Steig/Leubnitzer Weg. Erhöhung des Geschäftsanteils von DM 300,-- auf DM 500,--.
1972
Beginn der Bauarbeiten "Maulbeerallee" mit
einer Gesamtwohnfläche von 9.126,0 qm. Als Gesamtbaukosten sind 12,5 Mio. DM
vorgesehen.
Wegen eines Orkans am 13.11.72 entstanden in
der "alten Gartenstadt" schwere Sturmschäden an Dächern.
1973
Mitte des Jahres wurden die 118 Wohnungen
bezugsfertig. Schlussabnahme war am 30.5.73. Die Gesamtbaukosten betragen
12,2 Mio. DM. Die Gartenstadt Staaken wird Mitglied im Ring der
Wohnungsbaugenossenschaften.
Am 26.3.73 Festveranstaltung "700 Jahre Staaken" unter Mitwirkung aller
Institutionen in der Gartenstadt Staaken.
1974
Durch Beiträge und Spenden des KVFF der Freiwilligen Feuerwehr Staaken wurde die Gründung einer Jugendgruppe am 01.09.74 ermöglicht. Die Jugendgruppe wurde 1978 offiziell von der Berliner Feuerwehr als Jugendfeuerwehr anerkannt.
1975
Beginn des Einbaus einer Ölzentralheizungsanlage für die Häuser Torweg 69/71/73 für zwölf Wohnungen. Beginn der Erneuerung des Außenputzes an den Häusern nördlich des Ungewitterweges. Am 05.12.75 wurde der Neubau der Feuerwache Staaken in der Hackbuschstraße/Ungewitterweg in Dienst gestellt.
1976
Beginn des Einbaus einer Sammelheizungsanlage und von Duschbädern in den Häusern Am Heideberg 1-9 für 15 Wohnungen.
1977
Vom 03. – 05.06.77 Festprogramm zum 75–jährigen
Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Staaken am 2.6.77.
Umstellung der Mietenbuchhaltung auf
elektronische Datenverarbeitung. Auf Anhieb nahmen 70 v. H. der Nutzungsberechtigten
am jetzt möglichen Lastschrifteinzugsverfahren teil. Einbau einer
Ölzentralheizungsanlage für die Häuser Am Heideberg 1-9. Einbau von Bädern.
1978

Überlassung der Alten Feuerwache zum Ausbau als Seniorentreff ab 01.01.78 für 12,-- DM Mietzins jährlich an den Unterstützungsverein Gartenstadt Staaken e. V.
Erste Ausgabe der Informationsschrift "Gartenstadt aktuell" für die Genossen. Die Kaufverhandlungen für ein weiteres Baugrundstück im Gebiet Heerstraße-Nord scheiterten, da die Aufnahme in ein Förderungsprogramm des Sozialen Wohnungsbaus nicht möglich war.
1979
Durch Druckerhöhung im Rohrleitungsnetz der GASAG konnten Wohnungen nunmehr mit dem Einbau von Gasetagenheizungen modernisiert werden. Begonnen wurde mit 65 Anlagen. Nach mehr als 46jähriger Betriebszugehörigkeit tritt die Mitarbeiterin Frl. Tomys am 29.09.79 in den Ruhestand.
1980
Nach umfangreichen Um- und Einbauten eröffnete
der Seniorentreff des Unterstützungsvereins in der "Alten Feuerwache" seine
Pforten. Einweihung mit den achtzehn ältesten Einwohnern der Gartenstadt,
Durchschnittsalter achtundachtzig Jahre.
Verhandlungen mit dem Erbbaugeber über den
Ankauf des Erbbaugeländes, auf dem fast sämtliche Häuser der Genossenschaft
stehen, scheitern an den Grundstückspreisforderungen und grundsätzlichen
Standpunkten des Erbbaugebers (kein Verkauf von Grundstücken, die dem Bund
gehören).
1981
Die Gartenstadt Staaken eG wurde
Gründungsmitglied der Berliner Sanierungsgenossenschaft eG zur Beteiligung an
Sanierungsaufgaben der Wohnungswirtschaft. Damit wurde die Baupflicht eines gemeinnützigen
Wohnungsunternehmens nach den Bestimmungen des
Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes erfüllt.
Erstes Kinderfest mit Hoffête in der Anlage
Maulbeerallee am 19.09.81.
1982
Durch Gesetzesänderung wurden 372 Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern der Genossenschaft von der Mietpreisbindung ausgenommen. Daraus ergaben sich geänderte Grundlagen bei der Berechnung der Nutzungsgebühren. Erhöhung des Geschäftsanteils von DM 500,-- auf DM 800,-- für größere Instandsetzungsarbeiten, beschlossen auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung am 16.11.82 .
1983

Beginn der Generalinstandsetzung der Häuser "Beim
Pfarrhof". Neben anderen Arbeiten wurden die Fassaden neu geputzt, an den
Giebelfronten eine Wärmedämmung angebracht, die Haustüranlagen erneuert und
die Dachrinnen ausgewechselt. Zerstörung des Dachstuhls Torweg 43 durch Feuer
am 16.09.83.
Zweite Hoffête anlässlich des 10jährigen
Bestehens der Wohnanlage Maulbeerallee im August 83.
1984
Die Instandsetzung der Einfamilienhäuser "Beim Pfarrhof" wurde in geplantem Umfang abgeschlossen. Die Flachdacheindeckung der Wohnanlage Maulbeerallee wurde erneuert.
1985
Farbige Fassadenschutzanstriche an den Häusern Torweg 41, 42, 57, 59. Diese Aktion konnte wegen der Unterschutzstellung unter den Denkmalschutz nicht fortgesetzt werden.
1986
Die baulichen Anlagen der Gartenstadt Staaken wurden in das Baudenkmalbuch eingetragen. Gegen diesen Bescheid hatte die Genossenschaftsverwaltung vorsorglich Klage gegen das Land Berlin beim Verwaltungsgericht eingelegt. Verhandlungen mit dem Landeskonservator über die sehr eng gefassten Forderungen hinsichtlich der inneren Umbaumöglichkeiten der Wohnungen wurden eingeleitet.
1987
In der Klagesache "Denkmalschutz" wurde der Antrag der Genossenschaft auf Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung gemäß § 80 Abs. 5 Verwaltungsgerichtsordnung vom Verwaltungsgericht zurückgewiesen. Die Beschwerde gegen diesen Beschluss bei dem Oberverwaltungsgericht Berlin hatte keinen Erfolg. Über die Hauptklage wurde noch nicht entschieden. Größere Instandsetzungsarbeiten wurden durch den Denkmalschutz verhindert.
1988
Aufgrund des Wohnungsmangels in Berlin beabsichtigte der Erbbaugeber, vertreten in Berlin durch die Oberfinanzdirektion, ein Wohnungsbesetzungsrecht zugunsten von Mitarbeitern der Bundesbehörden in Anspruch zu nehmen. Diese Forderung wurde nach einem weiteren Antrag der Genossenschaft auf Klärung der Erbbaurechtsverhältnisse nach Ablauf der Verträge erhoben. Durch Verhandlungen mit dem Landeskonservator entwickelten sich noch unverbindliche Umbaumöglichkeiten im inneren Bereich der Wohnungen auf der Grundlage eines Gutachtens. Erstes Treffen und Gründung des Arbeitskreises Gartenstadt Staaken am 16.05.88 in der Weinstube im "Alten Schlachthaus", Finkenkruger Weg 66.
1989
Straßenfest am 24.6.89 zum 75jähriges
Bestehen der Gartenstadt Staaken eG.
Im März wurde die Klage
"Denkmalschutz" zurückgenommen, nachdem vom Denkmalschützer für den
Innenbereich der Wohnungen im Hinblick auf Wohnungsumbauten und
Modernisierungen Zugeständnisse gemacht wurden. Die Verhandlungen mit dem
Erbbaugeber über die Verlängerung der Erbbaurechtsverträge wurden aufgenommen.
Nach 30jährigem Ruhen besteht die Oberfinanzdirektion jetzt auf das
grundbuchlich gesicherte Wohnungsbesetzungsrecht (Verhandlungsergebnis: jede
4. Wohnung wird Bundesbediensteten angeboten).
1990


Beendigung des Dornröschenschlafes der Genossenschaft direkt an der "Mauer" durch die Öffnung der innerdeutschen Grenze am Torweg am 23.03.90.
01.01.90: Abschaffung der
Wohnungsgemeinnützigkeit (WGG) durch die Steuerreform der Bundesregierung.
Damit gab es keine gesetzlichen Grundlagen mehr für ein gemeinnütziges
Verhalten von Wohnungsunternehmen mehr. Gemeinnützige Wohnungsunternehmen
wurden mit Ausnahme der Vermietungsgenossenschaften steuerpflichtig. Die
Genossenschaft verpflichtete sich weiterhin zu traditionellem gemeinnützigem
Verhalten.
Erste Planungen für einen Dachaufbau in der
Wohnanlage Maulbeerallee mit 30 neuen Wohnungen als Ersatz für die schadhafte
Flachdachkonstruktion. Die Gesamtbaumaßnahme sollte nach einem Jahr beendet sein.
1991
1.1.91: Entscheidung der Genossenschaft zur vollen Steuerpflicht nach Wegfall des Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetzes. Die notwendige Satzungsänderung beinhaltet auch weiterhin das Bekenntnis zur Gemeinnützigkeit. Die Planungen zur Dachaufstockung Maulbeerallee haben sich weiter, auch durch entscheidende Versäumnisse des Architekten, verzögert. Baubeginn nicht vor dem Herbst. Geplant sind 34 Wohnungen. Gründung des Arbeitskreises Gartenstadt Staaken e. V. (AGS) am 08.01.91 im "Alten Schlachthaus" und Abschluss eines Mietvertrages für das "Alte Schlachthaus" in Höhe von 1,--DM/Jahr.
1992

Beginn der Vorarbeiten zur Wiederherstellung der Eisenbahnstrecke von Falkensee über Albrechtshof nach Spandau.
1993
Eine Suche nach Bauland für neue Bauvorhaben
war erfolglos. Nach Umbau- und Sanierungsarbeiten im "Alten Schlachthaus" am
09.01.93 Einweihung des Schüler- und Jugendtreffs des AGS. Weiterführung der Planung Dachaufstockung Maulbeerallee durch
Beauftragung eines anderen Architekten. Geplant sind jetzt 48 neue Wohnungen.
Als Baubeginn ist der Herbst 93 vorgesehen. Am 29.07.93 feierte unser
Genosse Hermann Pennigsdorf seinen 100 Geburtstag. Herr Pennigsdorf wohnt
seit dem 01.10.26 in der Gartenstadt. Im Dezember wird bekannt gegeben, dass
die Baugenehmigung für 48 Wohnungen für die Dachaufstockung vorliegt. Der
Baubeginn ist nun für das Frühjahr 94 vorgesehen.
Beginn der Verhandlungen mit der
Oberfinanzdirektion Berlin über die am 31.12.2000 auslaufenden Erbbauverträge.
Kaufpreis nach Vorstellungen des BMF 150 Mio. DM, Erbauzins 6 Mio. DM. Durch
eine Änderung des Genossenschaftsgesetzes wird ab 26.12.93 (Inkrafttreten)
von der Genossenschaft selbst eine "Mitgliederliste" statt der gerichtlich
geführten Liste der Genossen geführt
1994
Am 17.04.94 100jähriges Jubiläum der Kyffhäuser Kameradschaft Staaken e. V. Der Baubeginn der Dachaufstockung der Wohnanlage Maulbeerallee verzögert sich durch Kündigungen von Architekten und Fachingenieuren und Neubeauftragungen auf Ende September. Mit der IBB wurde eine Förderung im 2. Förderungsweg verhandelt. Mit der Grundsteinlegung am 16.8.94 für den Bau der Brücke über den Finkenkruger Weg fiel der Startschuss für den Wiederaufbau der Eisenbahnstrecke zwischen Falkensee und Spandau-West u. a. entlang der Gartenstadt Staaken.
1995

Anfang Mai Baubeginn der Dachaufstockung in
der Maulbeerallee; die Bauzeit soll 18 Monate betragen. Im Mai wird im ehemaligen
Gewerberaum am Torweg 42 eine Gästewohnung eingerichtet und den Genossen zur
Verfügung gestellt.
Ab 28.05.95 (Feierstunde am Finkenkruger Weg)
fahren wieder Züge zwischen Berlin-Spandau, Albrechtshof und Falkensee.
1996
Ab 01.01.96 unterliegen die Wohnungen allein
den Vorschriften des Gesetzes zur Regelung der Miethöhe (MHG). Der
Dachgeschossaufbau Maulbeerallee hat sich weiter verzögert. Zum Jahresende
sollen die ersten Wohnungen bezugsfertig sein. Am 10.9.96 haben Vorstand und
Aufsichtsrat eine Diskussionsveranstaltung zum geplanten Bau einer Trasse für
den Transrapid (Magnetschnellbahn) entlang der Eichholzbahn wegen der
befürchteten Beeinträchtigung bis hin zum Abriss der unmittelbar an der
Trasse befindlichen Häuser veranstaltet. Im Oktober 96 wird von Mitgliedern
der Gartenstadt Staaken die Bürgerinitiative "Stoppt Transrapid-BI Staaken"
gegründet.
Im Rahmen der Erbbaurechtsverhandlungen mit
der OFD Berlin wurde ein Gutachten über die wirtschaftliche Belastbarkeit der
Genossenschaft erstellt und Mitte 96 dem Bundesministerium der Finanzen
vorgelegt. Die Außenanlagen der Genossenschaft sind nun als Gartendenkmal
unter Schutz gestellt worden. Dem bauleitenden Architekten wurde Ende 96
wegen ungenügender Leistungserbringung fristlos gekündigt. Schadenersatz und
überzahlte Honorare wurden zurückgefordert.
1997
Der Dachgeschossaufbau hat sich weiter verzögert. Im Januar wurde das Ingenieurbüro RTW mit der Bauleitung beauftragt. Dadurch konnte ein erheblicher Baufortschritt erreicht werden; die ersten 15 Wohnungen wurden Ende des Jahres bezugsfertig. Durch die Planungen zur Streckenführung des Transrapid könnte die Gartenstadt Staaken in Mitleidenschaft gezogen werden.
1998
Im Februar wurde der Genossenschaft vom BMF ultimativ mitgeteilt, dass ein Neuabschluss eines Erbbaupachtvertrages nur für jährlich 2,7 Mio. DM Pachtzins oder der Kauf des Erbbaugeländes für 60 Mio. DM infrage kommt. Daraufhin wurde eine Mitgliederbefragung zwecks Meinungsfindung zu einer Anteilserhöhung zur Finanzierung eines Kaufs durchgeführt. Nach schwierigen Verhandlungen des Vorstandes mit der OFD Berlin wurde der Genossenschaft dann mit Schreiben vom 06.10.98 angeboten, das gesamte Erbbaugelände zu einem Kaufpreis von 13 Mio. DM zu erwerben. Auf einer außerordentlichen Mitgliedersammlung am 26.11.98 wurde mit einer überwältigenden Mehrheit von fast 100% eine Anteilserhöhung auf 2000,-- DM zur Teilfinanzierung des Kaufs der Erbbaugeländes beschlossen. Zur Dachaufstockung Maulbeerallee wurden im ersten Bauabschnitt 28 Wohnungen bezugsfertig. Im Mai 98 feierte der AGS sein 10jähriges Bestehen.
1999

Lehmann, Wrietz, Meyer, Regeler, Kroschel, Zeissberg
Der Vertrag über den Kauf des gesamten
Erbbaugeländes der Gartenstadt Staaken eG wird von den Vorstandsmitgliedern
Gerhard Kroschel, Michael Meyer und Werner Wrietz
im Beisein des Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Lehmann beim Notar
Zeissberg mit Herrn Regeler von der OFD Berlin am 20.12.99
unterschrieben. Der Kaufpreis beträgt 13 Mio. DM (56,-- DM/m2).
In den vorangegangenen schwierigen Verhandlungen zu Detailfragen konnte vom
Vorstand durchgesetzt werden, das dass Wohnungsbesetzungsrecht des Bundes für
jede 4. freiwerdende Wohnung nicht für immer und ewig, sondern nur bis zum
Jahre 2019 ohne Einfluss auf den Kaufpreises grundbuchamtlich gesichert wird.
2000
Ein Katalog als "Leitfaden für die
Genossenschaft im Umgang mit dem Denkmalschutz" ist nach zahlreichen Verhandlungen
mit dem Landesdenkmalamt im Entwurf fertig. Der einmal vom Denkmalschützer
abgesegnete Katalog wird dann für die Verwaltung eine Arbeitsgrundlage für
die im Rahmen des Denkmalschutzes möglichen Veränderungen sein. Im Rahmen der
Risikovorsorge wurde die Informationstechnik der Verwaltung auf den
Jahrtausendwechsel vorbereitet; hierzu war eine Erneuerung der Hard- und
Software unumgänglich.
Dachaufstockung und Fassadensanierung in der Wohnanlage Maulbeerallee konnte
weitgehend abgeschlossen werden.

Mit Schreiben vom 23.3.00 wurde von der OFD
Berlin mitgeteilt, dass der Kaufvertrag des Erbbaugeländes vom Bundesministerium
der Finanzen genehmigt worden ist. Der Kauf des Erbbaugeländes wurde im Rahmen
eines Straßenfestes auf dem Kirchplatz unter Beteiligung aller Institutionen
der Gartenstadt Staaken vom 15. bis 17.9.00 gebührend gefeiert.